Livorno ist eine moderne, an Sehenswürdigkeiten recht arme Hafen- und Handelsstadt. Die Bewohner von Livorno waren und sind bekannt für ihre praktische Einstellung zum Leben und für ihre Sparsamkeit. Für die Kunst war daher hier nie Platz. Heute ist Livorno ein beliebtes Ziel von Mittelmeer Kreuzfahrten. Im Hinterland warten Florenz und Pisa mit seinem schiefen Turm.

Das einst unbedeutende Städtchen verdankt seinen Aufstieg zu einer wichtigen Hafenstadt dem Arno, der seine Mündung durch Anschwemmungen immer weiter von Pisa weg verlegte und so die Hafenstadt Pisa zu einer Binnenstadt machte. Deshalb hat man im 16. Jahrhundert den Hafen von Livorno angelegt. Das war der Schlussstrich unter die große Geschichte Pisas und der Anfang der Seestadt Livorno. Sehenswert ist das auf der Piazza Micheli am Hafen stehende Denkmal des Großherzogs Ferdinand I. von Toskana (1549-1609), das der vier dargestellten Sklaven wegen Quattro Mori („Vier Mohren") genannt wird.
Der moderne Container-Hafen von Livorno ist sehr geschäftig. Für Touristen gibt es hier nichts zu sehen. Ein Pendelbus bringt sich zum Ausgang des Hafens oder zur Piazza Grande. Von der Piazza Grande sind es mit dem Bus der Linie 1 "Stazione" vielleicht 5 Minuten zum Bahnhof. Nach Pisa oder Florenz können Sie einfach mit dem Zug fahren. Die Fahrzeit vom Hauptbahnhof in Livorno nach Pisa beträgt nur ca. 15 Minuten. Von dort sind es ca. 2 Kilometer zum Schiefen Turm. Wenn Sie noch eine Stunde länger mit Zug bleiben, sind Sie in Florenz. Der Zug nach Florenz fährt über Pisa. Die Tickets können Sie auf der Website der Deutschen Bahn (www.bahn.de) buchen. Hier können Sie sich auch über den Fahrplan informieren.
Wenn Ihre Mittelmeer Kreuzfahrt in Livorno beginnt oder endet, können Sie nach Pisa oder wenn es nicht anders geht auch nach Florenz fliegen. Die Flughäfen der beiden toskanischen Städte sind 13 Kilometer (Pisa) bzw. 80 Kilometer (Florenz) von Livorno entfernt.Pisa ist eine etruskische Gründung und wurde im Mittelalter zu einer Seemacht, die zeitweilig Sardinien, Korsika und die Balearen beherrschte. Zur See wurde Pisas Macht von Genua, zu Lande von Florenz gebrochen. Die herrlichen Bauten aber, die in Pisas Blütezeit geschaffen wurden, sind unversehrt erhalten. Die schönsten stehen auf dem Prato dei Miracoli, wie Gabriele d'Annunzio den Domplatz benannt hat (eine deutsche Übersetzung hat den Ausdruck „Himmelswiese" geprägt).
Der Domplatz ist eine weite Grasfläche am Rande der Stadt. In einer Reihe stehen dort das Baptisterium, der Dom und der Schiefe Turm. Hinter diesen Gebäuden liegt der Camposanto (Friedhof). Der Dom wurde 1603 als romanische Basilika mit Flachdecke begonnen. Zum basilikalen Langhaus gesellte sich aber in der langen Bauzeit (letzte Bauarbeiten 1261-70) über der Vierung eine Kuppel, ohne dass deshalb auch die Decke des Langhauses eingewölbt worden wäre. In seiner Gesamtheit ist der Dom das klassische Werk einer toskanischen Romanik. Auch das 1153 begonnene Baptisterium (Taufkapelle) gehört dieser Stilart an. Mit dem Bau des Campanile, des Schiefen Turms, wurde im Jahre 1174 begonnen. Wegen sogleich auftretender Bodensenkungen konnte der Bau erst im 14. Jahrhundert vollendet werden. Der Turm ermöglichte es durch seinen Überhang dem aus Pisa stammenden Galileo Galilei (1564-1642), hier das Gesetz des freien Falls zu studieren.
Wenn Sie noch eine Stunde mit dem Zug weiterfahren, kommen Sie nach Florenz. Da Florenz (140 km) für einen Tagestrip zu schade, eine eigene Reise wert ist, sollte man auf Spotlights (mehr kann es nicht werden) auf die Piazza della Signoria, die Piazza del Duomo und den Palazzo Vecchio lieber zugunsten Pisas verzichten. Aber das ist unsere persönliche Meinung. Machbar ist es allemal. Ein Alternative/ Ergänzung zu Pisa oder Florenz ist übrigens das wunderschöne Städtchen Lucca.
Sie kennen diesen Hafen und haben noch Tipps für andere Kreuzfahrer. Dann wäre es nett, wenn Sie Ihre Erfahrungen hier zur Verfügung stellen.
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